Nach dem Trocknen wird geschliffen. Schleifpapier mit mittlerer Körnung auf einen Klotz oder Schleifschwamm spannen, damit die Fläche eben bleibt. Nur die Übergänge bearbeiten, nicht die gesamte Wand. Zu starkes Schleifen erzeugt Mulden, die nach dem Streichen als Schatten sichtbar sind. Anschließend die Fläche mit einem trockenen Tuch abwischen, damit Staub die neue Farbe nicht stört. Wer unsicher ist, hält eine Lampe flach an die Wand: Schräglicht zeigt Unebenheiten deutlicher als direktes Licht.
Die Wäsche selbst sollte vor dem Aufhängen gut geschleudert sein. Schleuderleistungen von mindestens 1200 Umdrehungen pro Minute entziehen der Wäsche bereits einen großen Teil des Wassers, das sonst in der Raumluft landet. Handtücher und dicke Bettwäsche trocknen langsamer und geben länger Feuchtigkeit ab. Sie sollten deshalb nicht zusammen mit leichter Kleidung aufgehängt werden, sondern auf einem separaten Gestell oder zu einer Zeit, in der häufiger gelüftet wird. Stark durchnässte Wäsche nach dem Waschen kurz nachzuschleudern, spart später viel Feuchtigkeit im Raum.
Bleibt ein Raum feucht, obwohl regelmäßig gelüftet wird, liegt das selten am Lüften selbst. Meistens stimmt eine der Grundbedingungen nicht: Die Luft kann die Feuchtigkeit nicht aufnehmen, nicht abtransportieren oder sie gelangt ständig neu hinein. Bevor man also länger oder öfter lüftet, sollte man die Ursache eingrenzen. Sonst dreht man an einer Schraube, die das eigentliche Problem gar nicht betrifft.
Beleuchtung entscheidet darüber, ob das Homeoffice als Arbeitsplatz taugt. Deckenlicht allein wirft Schatten auf Tastatur und Papier. Besser ist eine Kombination aus indirektem Licht und einer gezielten Arbeitsleuchte. Eine Stehleuchte mit verstellbarem Arm lässt sich ohne Bohren aufstellen, eine Klemmleuchte am Regal oder an der Fensterbank spart Platz. Kaltweißes Licht wirkt konzentrationsfördernd, warmweißes entspannt; für den Arbeitsbereich ist neutralweiß ein guter Kompromiss. Spiegel oder helle Flächen gegenüber dem Fenster bringen Tageslicht tiefer in den Raum, ohne dass eine Lampe läuft. Darauf achten, dass die Leuchte nicht direkt ins Auge strahlt und dass Kabel nicht zur Stolperfalle werden. Wer Lampen mit Klebeband befestigt, sollte nur dafür vorgesehene Pads verwenden und das Gewicht klein halten, sonst fällt die Lampe samt Putz von der Wand.
Führen all diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, deutet das auf ein bauliches Problem hin. Mögliche Ursachen sind eindringendes Wasser durch undichte Stellen, fehlende oder defekte Dämmung, ein falsch eingestelltes Lüftungssystem oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Untergrund. In solchen Fällen reicht Lüften allein nicht aus, und man sollte den Zustand dokumentieren: über mehrere Tage hinweg Luftfeuchtigkeit und Temperatur notieren, betroffene Stellen fotografieren und beobachten, ob sich Schimmel bildet. Diese Aufzeichnungen sind die Grundlage für ein fachliches Gutachten und für Gespräche mit Vermieter oder Verwaltung.
Zum Schluss die häufigsten Fehler: zu große Möbel, Licht von vorn statt von hinten, kalte Lichtfarbe, fehlende Ablagefläche und ein Sessel ohne Armlehnen. Wer diese Punkte vermeidet, bekommt aus einer toten Ecke einen Platz, der tatsächlich täglich genutzt wird. Die Nische muss nicht groß sein. Entscheidend ist, dass Sitz, Licht und Ablage zueinander passen und der Weg zum Sessel frei bleibt.
Richtig lüften heißt: kurz, kräftig, mit Durchzug Viele lüften stundenlang bei gekipptem Fenster. Das kühlt die Wände aus, und die Feuchtigkeit bleibt in der Luft. Besser ist Stoßlüften: mehrmals täglich für einige Minuten Fenster weit öffnen, möglichst mit Durchzug, damit die feuchte Luft schnell gegen trockene Außenluft ausgetauscht wird. Im Winter reichen wenige Minuten, im Sommer kann es länger dauern, weil die Außenluft selbst viel Feuchtigkeit enthält. Ein Hygrometer hilft, das Ergebnis zu kontrollieren. Wer nur nach Gefühl lüftet, liegt oft daneben.
Wenn die Nische sehr schmal ist, hilft eine klappbare Sitzbank oder ein Wandklapptisch mit Hocker. Beides lässt sich bei Bedarf wegklappen und gibt den Raum frei. Für tiefe Nischen eignet sich ein Regal als Raumteiler, davor ein Sessel mit Blick ins Zimmer statt zur Wand. Achten Sie darauf, dass der Sitzplatz nicht direkt an einer Heizung steht; trockene Luft und Wärme machen längeres Lesen unangenehm. Ein kleiner Teppich oder eine Decke auf der Bank dämpft zusätzlich den Schall und macht die Ecke wohnlicher.
Auch die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle. Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme. Wird ein Raum kaum geheizt, kühlen die Wände aus, und die Feuchtigkeit schlägt sich dort nieder. Das Heizen ist also kein Widerspruch zum Lüften, sondern eine Voraussetzung dafür, dass die Luft die Feuchtigkeit überhaupt transportieren kann. Wichtig ist, gleichmäßig zu heizen und nicht nur kurzzeitig auf hohe Temperaturen zu gehen. Dauerhaft geschlossene Türen und zugestellte Heizkörper verschärfen das Problem zusätzlich.