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Bevor irgendetwas gekauft oder zugeschnitten wird, sollte das Fenster genau vermessen werden. Gemessen wird nicht nur die Glasfläche, sondern die gesamte Fensternische inklusive Falz und eventueller Griffe. Notiert werden Breite und Höhe an mehreren Stellen, weil alte Fenster oft ungleichmäßig sind. Ein Unterschied von ein bis zwei Zentimetern zwischen oben und unten ist keine Seltenheit und führt später zu Lichtspalten. Auch die Fensterbank und der Griff dürfen nicht vergessen werden – sie bestimmen, wie tief eine Lösung aufbauen darf.

Typische Fehler: zu knapp messen, Klemmträger auf Silikonfugen setzen, Rollo direkt auf den Fensterflügel kleben und dann nicht mehr lüften können. Auch das Kürzen der Welle auf ein vermeintliches Maß führt dazu, dass die Klemmung nicht mehr greift. Wer eine Spannstange verwendet, sollte sie nicht mit Gewalt überdehnen, sondern eine passende Länge wählen; der Federdruck hält nur bei korrekter Spannweite.

Ein häufiger Fehler ist das Abwischen mit einem nassen Lappen, um Wasser „gleichmäßig zu verteilen". Das verschlimmert die Sache, weil es neues Wasser in die Fugen spült. Ein weiterer Fehler: die Fußleisten abnehmen und den Boden darunter trocknen wollen – dabei wird oft die Trittschalldämmung zerstört. Und wer den Raum während der Trocknung nicht lüftet, bekommt Kondensat an den Wänden, das später als Stockfleck auftaucht.

Wer Trockenbau selbst macht, unterschätzt meist das Verspachteln. Die Platten sitzen schnell an der Wand, doch die Qualität entscheidet sich beim Füllen der Fugen und beim Umgang mit den Schraubenköpfen. Zwei Dinge sind zentral: saubere Unterkonstruktion und das richtige Material. Auf Metallprofilen mit 60 cm Achsabstand lässt sich eine 12,5 mm dicke Platte noch gut verschrauben, bei dünneren Platten oder größeren Abständen entstehen Wellen, die sich später durch jede Farbe abzeichnen.

Zuerst wird die Differenz zwischen den beiden fertigen Bodenoberflächen bestimmt. Gemessen wird nicht an der Wand, sondern etwa in der Mitte des Durchgangs, an mehreren Stellen. Im Altbau schwanken Höhen oft um einige Millimeter auf kurzer Strecke, weil Balken nachgeben oder der Untergrund uneben ist. Ein einzelner Messwert reicht nicht. Wer nur an der sichtbarsten Stelle prüft, wählt später ein Profil, das an anderer Stelle übersteht oder hohl liegt.

Wann die zweite Schicht wirklich sinnvoll ist Nach dem Trocknen folgt die zweite, breitere Schicht. Hier entscheidet sich, ob die Fläche später glatt wirkt. Die Masse wird über die gesamte Bandbreite gezogen, etwa 20 bis 30 cm breit, und zum Rand hin dünn auslaufen gelassen. Zu dicke Schichten trocknen langsam, schwinden stark und bilden Ränder, die man später mühsam schleifen muss. Schraubenköpfe werden ebenfalls zweimal gefüllt: erst grob, dann mit einer flachen Lage, die den Kopf vollständig abdeckt.

Vor dem Streichen muss die gespachtelte Fläche grundiert werden. Gipskarton saugt stark und ungleichmäßig, was sonst zu Flecken und unterschiedlichem Glanz führt. Eine Tiefengrundierung schließt die Oberfläche und sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig deckt. Beim Streichen selbst zwei dünne Schichten statt einer dicken auftragen. Zwischen den Schichten ausreichend trocknen lassen, sonst wird die Oberfläche fleckig.

Vor dem Spachteln müssen alle Fugen und Ecken frei von Staub sein. Tiefe Fugen zunächst mit einer Lage Fugenfüller füllen, dann das Bewehrungsband einbetten. Das Band darf nicht trocken aufgeklebt werden, sonst löst es sich wieder. Wer das Band einfach über die Fuge legt und erst danach Spachtelmasse darüber zieht, riskiert Blasen und Risse. Richtig ist: Masse in die Fuge, Band hineinlegen, mit dem Spachtel straff abziehen und die überschüssige Masse entfernen.

Zuerst kommt die Raumhöhe. Jede Unterkonstruktion kostet Platz: Direktabhänger benötigen rund 5 cm, verstellbare Abhänger mit Konterlattung eher 8 bis 12 cm, bei abgehängten Kanälen oder Lüftungsrohren entsprechend mehr. In Räumen mit weniger als 2,40 m Rohhöhe wird es eng. Prüfe vor dem Kauf der Profile, wie viel Höhe nach dem Abhängen bleibt. Faustregel: Unter 2,20 m wird ein Wohnraum schnell erdrückend, in Fluren und Bädern ist etwas weniger vertretbar. Wer Höhe sparen will, wählt direkt befestigte CD-Profile ohne Abhänger, verliert dann aber die Möglichkeit, Unebenheiten auszugleichen.

Sanft trocknen statt heizen Zum Trocknen eignen sich ein Luftentfeuchter und ein Ventilator, die den Raum bei geschlossenem Fenster umwälzen. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 25 Grad liegen, direkte Sonne und Heizlüfter sind tabu. Ein Föhn bündelt Hitze auf wenigen Zentimetern und lässt die Deckschicht schneller arbeiten als der Kern. Dadurch entstehen Spannungen, die sich als Wellen an den Stößen zeigen. Auch das Aufstellen von Heizkörpern direkt auf dem nassen Boden führt zu genau diesem Effekt.

Zum Schluss: Prüfe vor dem ersten Profil die Rohdecke auf Unebenheiten, Feuchtigkeit und vorhandene Leitungen. Markiere alle Installationen, bevor du dämmst. Wer Höhe, Schallschutz und Vorschriften in dieser Reihenfolge klärt, bekommt eine Decke, die hält, dämmt und nicht in Konflikt mit Mietrecht oder Brandschutz gerät.
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