0 votes
imageEin häufiger Fehler ist die falsche Ausrichtung. Die Bank funktioniert nur an Fenstern mit direkter Sonneneinstrahlung zwischen etwa zehn und sechzehn Uhr. Nordfenster oder dauerhaft beschattete Bereiche bringen kaum Energie. Ebenso problematisch sind Vorhänge, die den Luftstrom blockieren. Sie sollten tagsüber zur Seite genommen werden, damit die erwärmte Luft zirkulieren kann. Auch eine zu dichte Polsterauflage verhindert die Wärmeabgabe. Besser ist ein Bezug aus Baumwolle oder Leinen, der die Luft durchlässt.

Zuerst wird die Lehmschicht in zwei Lagen aufgebaut. Die erste Lage, etwa zwei Zentimeter dick, trägt die Phase-Change-Kapseln. Die zweite Lage, ebenfalls Lehm, deckt sie ab und sorgt für Feuchteregulierung. Die Kapseln dürfen nicht mit Wasser übergossen werden, sonst brechen die Hüllen. Also Lehm trocken anmischen oder mit sehr wenig Wasser, dann die Kapseln unterrühren. Die Wand danach langsam trocknen lassen, nicht heizen. Wer zu schnell trocknet, bekommt Risse, und die Kapseln liegen teilweise frei.

Wer die Module später kompostieren will, muss auf die Zusätze achten. Reines Myzel mit pflanzlichem Trägerstoff verrottet innerhalb weniger Monate. Kleber, Lacke, Kunststoffbeschichtungen oder Metallverbinder bleiben zurück und machen die Entsorgung zur Sortierarbeit. Wer kompostierbare Möbel plant, verbindet die Teile mit Holzdübeln, Schnüren aus Naturfasern oder Steckverbindungen, die sich zerstörungsfrei lösen lassen. Auch die Form sollte nach dem Trocknen entfernt werden, nicht am Produkt bleiben.

So wird die Fensterbank zur Solar-Luftheizung Zunächst muss die Bank luftig gebaut sein. Ein geschlossener Korpus aus dicken Platten staut die Wärme, statt sie abzugeben. Bewährt hat sich ein Rahmen aus Holzlatten, der vorne und oben offen bleibt. Innen sitzen mehrere flache Metallbehälter mit dem PCM, die auf kleinen Abstandshaltern liegen. Die Behälter dürfen nicht direkt auf dem Fensterbrett aufliegen, sonst heizt die Sonne nur das Brett. Ein Luftspalt von zwei bis drei Zentimetern reicht, damit die warme Luft nach oben steigen kann.

Rost ist der eigentliche Feind. Sichtbare Roststellen werden mit Drahtbürste oder Schleifpapier bis auf blanken Stahl freigelegt. Umgebende Farbreste, die fest sitzen, dürfen bleiben, solange sie nicht unterwandert sind. Lose Blätter müssen weg, sonst arbeitet die neue Schicht von unten. Auf die gereinigte und entfettete Fläche kommt eine Grundierung mit Rostschutz. Sie wird dünn aufgetragen, nicht in einer dicken Schicht. Zu viel Material trocknet nur oben, darunter bleibt es weich. Bei starken Rostnarben zwei dünne Lagen mit Zwischentrocknung. Die Herstellerangabe zur Trockenzeit ist bindend, nicht die gefühlte Trockenheit.

Nach einigen Wochen zeigt sich, ob die Auslegung stimmt. Wird die Bank abends kaum warm, fehlt Speichermasse oder der Luftstrom ist blockiert. Wird der Raum dagegen überhitzt, ist zu viel PCM verbaut oder die Sonne trifft ungehindert auf die Behälter. Kleine Änderungen an Abstand, Behälterzahl und Belüftung genügen meist, um den Effekt zu verbessern. Entscheidend bleibt, dass die Fensterbank als offenes System arbeitet, das die Wärme aufnehmen, speichern und wieder an die Raumluft abgeben kann.

Für den Zusammenbau eignen sich Behälter aus Aluminium, weil sie die Wärme schnell aufnehmen und abgeben. Kunststoffbehälter isolieren zu stark und verzögern den Effekt. Die Behälter müssen dicht sein, denn viele PCM-Salze sind hygroskopisch und ziehen Feuchtigkeit. Ein ausgelaufener Behälter hinterlässt klebrige Rückstände und kann das Holz angreifen. Wer Wachs verwendet, sollte auf Brandschutz achten: Wachs schmilzt bei niedrigen Temperaturen, entzündet sich aber erst bei weit höheren Werten. Ein Abstand zu Heizungen und offenen Flammen bleibt trotzdem Pflicht.

Phasenwechselmaterialien, kurz PCM, nutzen den Übergang zwischen fest und flüssig, um große Wärmemengen bei nahezu konstanter Temperatur aufzunehmen und wieder abzugeben. In Möbeln verbaut wirken sie wie eine unsichtbare Klimaanlage ohne Stromanschluss: Tagsüber schmelzen die enthaltenen Mikrokapseln und ziehen Wärme aus der Raumluft, nachts erstarren sie wieder und geben die gespeicherte Energie langsam ab. Der Effekt ist umso stärker, je größer die Oberfläche ist, die mit der Raumluft in Kontakt steht.

Wer tagsüber lüftet und abends die Rollläden schließt, kennt das Problem: Die Sonnenwärme am Fenster ist schnell wieder weg. Eine Sitzbank vor dem Fenster kann als Luftheizung dienen, wenn sie mit Phasenwechselmaterial (PCM) arbeitet. Das Prinzip ist einfach: Ein Salzhydrat oder Wachs schmilzt bei etwa 22 bis 26 Grad, speichert die Wärme und gibt sie beim Erstarren langsam wieder ab. Die Bank wird also zum Puffer zwischen Sonneneinstrahlung und Raumluft.

Im Winter arbeiten dieselben Möbel als Wärmespeicher. Wenn die Heizung am Abend abschaltet, geben die erstarrten PCM-Kapseln ihre latente Wärme wieder ab. Das glättet Temperaturschwankungen und hält den Raum länger behaglich. Voraussetzung ist, dass die Möbel tagsüber genug Wärme aufnehmen konnten – also nicht durch Vorhänge, Polster oder direkt davor stehende Gegenstände abgeschirmt werden. Ein typischer Fehler ist es, PCM-Möbel direkt vor die Heizung zu stellen. Dann laden sie sich zwar schnell auf, geben die Wärme aber ebenso schnell wieder ab, ohne den Raum gleichmäßig zu versorgen.
ago by (120 points)

Your answer

Privacy: Your email address will only be used for sending these notifications.
...