Für eine Nische wird zunächst die Wandfläche markiert. Üblich sind Einbautiefen zwischen 10 und 15 Zentimetern, gemessen ab der fertigen Oberfläche. Bei tragenden Wänden ist Vorsicht geboten: Hier darf nicht einfach herausgestemmt werden. Eine Alternative ist eine aufgesetzte Installationswand aus CW-Profilen, die auf dem Boden und an der Decke verdübelt wird. Dahinter verschwinden Kabel und Rohre, davor entsteht die Nische. Die Beplankung erfolgt mit Feuchtraum- oder Standard-Gipskarton, je nach Nutzung. Wer schwere Gegenstände wie Bücher oder Schuhe einlagert, verstärkt die Rückseite mit einer zweiten Lage oder einer Holzplatte.
Vor dem Bohren wird die Position an einer Front angezeichnet und geprüft. Dafür den neuen Griff anlegen, mit Klebeband fixieren und aus einiger Entfernung betrachten. Sitzt er mittig, ist der Abstand zur Kante stimmig und die Höhe angenehm für die Hand? Erst wenn das passt, wird die Schablone aus Pappe oder Sperrholz angefertigt. Diese Schablone überträgt das Lochbild auf alle weiteren Fronten, sodass jeder Griff exakt gleich sitzt. Ohne Schablone entsteht schnell ein Muster, das schief wirkt, obwohl jede einzelne Bohrung korrekt aussieht.
Eine Sitzbank im Flur ist mehr als ein Möbelstück. Als Trockenbau-Element wird sie an der Wand verankert und kann gleichzeitig Stauraum aufnehmen. Die Sitzhöhe liegt bei etwa 45 Zentimetern, die Tiefe bei 35 bis 40 Zentimetern, damit man bequem Schuhe anziehen kann. Unter der Bank lassen sich Schubladen oder offene Fächer integrieren. Wichtig ist die Statik: Eine Bank trägt das Gewicht von Personen, daher muss das Untergestell aus Holz oder Metall sein, nicht nur aus Gipskarton. Die sichtbaren Kanten werden mit Eckprofilen geschützt, sonst platzen sie bei Belastung auf.
Zunächst gilt es, die Hauptreflexionsflächen zu finden. Ein einfacher Test: Mit den Händen in die Hände klatschen und auf das Nachklingen achten. Hallt es deutlich nach, sind parallele, glatte Flächen das Problem. Typische Fehler sind das Aufstellen der Lautsprecher direkt an der Wand oder in einer Raumecke. Schon eine Handbreit Abstand zur Wand und ein leichtes Eindrehen der Boxen zum Hörplatz reduzieren dröhnende Bässe und schärfen die Ortung.
Für die Höhen und Mitten helfen Vorhänge, Polstermöbel und Wandbehänge. Wichtig ist die Platzierung an den Reflexionspunkten, nicht die Menge. Ein einzelner, großer Absorber an der richtigen Stelle bringt mehr als viele kleine Kissen. Wer zu viel dämpft, erstickt den Klang: Der Raum wirkt tot, Sprache verliert Präsenz. Ein ausgewogenes Verhältnis aus harten und weichen Oberflächen erhält die natürliche Klangfarbe.
Ein typischer Fehler ist die unterschätzte Bautiefe. Wer eine Nische plant, muss die Profilstärke, die Beplankung und eventuell Fliesen oder Putz addieren. Aus 15 Zentimetern werden schnell 11 Zentimeter nutzbarer Raum. Ebenso häufig: fehlende Dehnungsfugen. Trockenbau arbeitet bei Temperaturschwankungen. Wer die Platten stumpf aneinander stößt, bekommt Risse. Zwischen Wand und Decke bleibt ein kleiner Spalt, der mit Acryl oder einem Profil abgedeckt wird. Auch die Akustik wird oft vergessen. Ein Flur mit harten Oberflächen hallt. Eine Sitzbank mit Polster, Vorhänge oder schallabsorbierende Einlagen in den Nischen dämpfen den Schall.
Ein Fernseher oder eine Musikanlage klingt nur so gut wie der Raum, in dem sie stehen. Harte Böden, große Glasflächen und glatte Wände reflektieren Schall, sodass Stimmen verwaschen und Bässe dröhnen. Bevor Geld in neue Geräte fließt, lohnt es sich, den Raum selbst zu behandeln. Die folgenden fünf Maßnahmen wirken direkt und lassen sich schrittweise umsetzen.
Erst den Bass zähmen, dann den Rest Bassprobleme entstehen durch stehende Wellen zwischen parallelen Wänden. Gegenmaßnahmen: Lautsprecher nicht in die Ecke stellen, den Hörplatz nicht mittig an die Rückwand setzen und gegebenenfalls einen Tieftöner leicht verschieben. Ein dicker Teppich vor den Frontlautsprechern bricht den ersten Bodenreflex und macht Stimmen verständlicher. Ein Regal mit unterschiedlich tiefen Büchern wirkt besser als eine glatte Fläche, weil es den Schall streut statt ihn gebündelt zurückzuwerfen.
Ein halliger Raum entsteht nicht durch fehlende Vorhänge allein. Vorhänge wirken, weil sie poröses Material mit Luftabstand vor einer Wand oder Glasfläche platzieren. Fehlen sie, bleibt der Nachhall meist deshalb hoch, weil große, glatte Flächen den Schall hart reflektieren und keine absorbierende Schicht vorhanden ist. Wer den Hall ohne Vorhänge senken will, muss diese Reflexionsflächen gezielt angehen, nicht nur ein einzelnes Element austauschen.
Vor dem ersten Schnitt lohnt eine Skizze mit Maßen. Darin werden Nische, Bank, Lichtprofil und Schalter eingezeichnet. Danach folgt die Prüfung, ob die Wand tragend ist oder nicht. Bei Unsicherheit entscheidet ein Statiker. Die Reihenfolge lautet: Unterkonstruktion, Elektrik, Dämmung, Beplankung, Spachteln, Oberfläche, Licht. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet Rückbau. Das Ergebnis ist ein Flur, der nicht nur Durchgang ist, sondern funktionaler Teil der Wohnung.