Mit dem Fahrrad durch das Spreewalddorf Das Fahrrad ist im Spreewald oft schneller als der Bus. Viele Unterkünfte verleihen Räder, und ausgeschilderte Radwege verbinden die Dörfer. Die Strecken sind flach, aber nicht immer asphaltiert. Ein Cityrad mit schmalen Reifen wird auf den sandigen Wegen schnell zur Qual. Nimm ein Trekkingrad oder ein E-Bike, wenn du größere Distanzen planst. Ein typischer Fehler ist, die Entfernungen zu unterschätzen: Zwischen Lübbenau und Burg liegen zwar nur wenige Kilometer, doch die Wege schlängeln sich durch Feuchtwiesen und können nach Regen matschig sein. Plane Pausen ein und fahre nicht in der Dämmerung, weil dann viele Wege schlecht beleuchtet sind.
Bekleidung schützt zuverlässiger als jedes Mittel auf der Haut. Lange, helle Hosen und langärmelige Hemden aus dicht gewebtem Stoff reduzieren die Angriffsfläche erheblich. Stechmücken orientieren sich an Kohlendioxid, Wärme und Hautgeruch; bedeckte Haut gibt weniger davon ab. Besonders wichtig sind die Knöchel und Handgelenke, weil Mücken dort leichter an unbedeckte Stellen gelangen. Ein dünner Baumwollstoff reicht nicht aus, da der Rüssel durch das Gewebe stechen kann. Wichtig ist außerdem, keine parfümierten Sonnencremes oder Deodorants zu verwenden, denn Duftstoffe locken zusätzlich an.
Für einen ersten Kontakt eignet sich das Wendische Museum in Cottbus oder das Sorbische Museum in Bautzen. Beide erklären die Unterschiede zwischen Ober- und Niedersorben, die oft verwechselt werden. Im Spreewald spricht man Niedersorbisch, in der Oberlausitz Obersorbisch. Die beiden Sprachen sind verwandt, aber nicht identisch. Wer in einem Gespräch „Sorbisch" sagt und damit beide meint, liegt nicht falsch, sollte aber nicht behaupten, es sei eine einzige Sprache.
Was tun, wenn der Kahn schaukelt und die Kinder quengel
Alte Schleusen sind keine Museen. Sie sind Bauwerke, die jahrzehntelang Wasserstände reguliert haben und heute oft still vor sich hin rotten. Wer dort Ruhe sucht, findet sie – aber nur, wenn er ein paar Dinge beachtet. Der folgende Text zeigt, worauf es ankommt, wenn man an einer stillgelegten oder selten genutzten Schleuse Zeit verbringen will.
Wer ohne Auto anreist, sollte Gepäck reduzieren. Ein Rucksack lässt sich im Zug und im Bus leichter verstauen als ein Koffer. Für den Einkauf von Proviant bieten sich Dorfläden an, doch die Öffnungszeiten sind begrenzt. In kleineren Orten schließen die Geschäfte oft am frühen Nachmittag, am Sonntag bleibt vieles geschlossen. Ein weiterer Irrtum: Man könne spontan ein Taxi rufen. In abgelegenen Winkeln dauert es lange, bis ein Wagen kommt, und nicht jedes Unternehmen fährt dorthin. Besser ist es, die Rückfahrt mit dem letzten Bus oder der Bahn vorher zu klären.
Wer all das beachtet, kommt im Spreewald gut durch den Sommer, ohne auf chemische Insektenschutzmittel zurückzugreifen. Entscheidend sind Kleidung, Bewegung, Wind, verdünnte ätherische Öle und dichte Netze. Ein häufiger Fehler bleibt das Verlassen auf ein einzelnes Mittel: Wer nur sprüht und dabei kurze Kleidung trägt, wird trotzdem gestochen. Die Kombination aus mehreren einfachen Maßnahmen ist wirksamer als jedes einzelne Produkt.

Am Ende entscheidet die Vorbereitung. Wer Fahrpläne, Öffnungszeiten und Wetter im Blick behält, erlebt den Spreewald ohne Auto entspannter als mit. Das Auto bleibt am besten ganz zu Hause – nicht nur wegen der Umwelt, sondern weil die schmalen Wege und begrenzten Parkplätze ohnehin keinen Spaß machen.
Für die Erkundung der Kahnfahrtkanäle braucht man kein eigenes Fahrzeug. In Lübbenau, Burg und Lehde legen Kahnfähren ab, die von einheimischen Fährleuten gesteuert werden. Wer flexibel sein will, mietet ein Paddelboot oder ein Ruderboot. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern ermöglicht auch das Anlegen an Stellen, die größeren Kähnen verborgen bleiben. Wichtig: Die Kanäle sind ein empfindliches Ökosystem. Bleib auf den ausgewiesenen Wegen, nimm keinen Müll mit und halte Abstand zu Schilfgürteln, in denen Vögel brüten.
Was den Austrieb im Spreewald verzögert oder fördert 3. Scharbockskraut (Ficaria verna) bildet im März dichte Teppiche. Es zeigt an, wo der Boden kalkhaltig und wechselfeucht ist. Ein häufiger Fehler ist das Entfernen des Laubs nach der Blüte: Die Pflanze zieht dann zu früh ein und schwächt sich. 4. Lerchensporn (Corydalis cava) braucht lockeren, humosen Boden. Auf verdichtetem Spreewaldboden bleibt er klein. Wer ihn fördern möchte, lockert im Herbst vorsichtig die oberste Schicht, ohne die Knollen zu verletzen. 5. Waldmeister (Galium odoratum) ist kein klassischer Frühblüher, treibt aber im April aus und hält später den Boden bedeckt. Er verträgt Schatten und mäßige Feuchtigkeit, reagiert aber empfindlich auf Trockenheit im Mai.
Die wichtigste praktische Regel lautet: nicht alles, was sorbisch aussieht, ist auch sorbisch. Viele Trachtenvereine, die auf Volksfesten auftreten, sind Heimatvereine mit deutscher Mitgliederbasis. Echte sorbische Veranstaltungen erkennt man daran, dass die Ansagen und Programmhefte zweisprachig sind und die älteren Gäste untereinander Obersorbisch oder Niedersorbisch sprechen. Wer nur nach bunten Kostümen sucht, landet schnell auf einem Dorffest, das mit sorbischer Kultur wenig zu tun hat.