Unterkünfte mit Hund sind im Spreewald verbreitet, aber nicht selbstverständlich. Viele Hotels und Pensionen in Lübben, Burg und Lübbenau nehmen Hunde gegen Aufpreis auf, verlangen aber, dass der Hund nicht allein im Zimmer bleibt und nicht aufs Bett darf. Fragen Sie vor der Buchung konkret nach: erlaubt, wie viele Hunde, Leinenzwang im Haus, Zugang zum Frühstücksraum. Ferienwohnungen und umgebaute Bauernhäuser sind oft die entspanntere Wahl, weil dort ein eingezäunter Garten vorhanden ist. Ein häufiger Fehler ist, nur nach „hundefreundlich" zu suchen. Das heißt in der Praxis oft nur „Hund erlaubt", nicht „hundegerecht". Besser nachfragen, ob es in der Nähe eine Auslauffläche gibt und ob der Boden im Flur rutschig ist.
Für Tagesausflüge mit Hund eignen sich weniger bekannte Orte besser als die Hauptsaison-Hotspots. In den frühen Morgenstunden sind die Wege rund um Lehde und Leipe fast leer. Dann klappt auch das Training an der Leine ohne ständige Begegnungen. Im Sommer sollten Sie auf die Mittagshitze verzichten: Die Luft steht im Spreewald, und Hunde kühlen schlecht ab. Nehmen Sie Wasser mit, aber lassen Sie den Hund nicht aus den Fließen trinken – das Wasser ist oft trüb und kann Keime enthalten. Nach dem Ausflug kontrollieren Sie Zecken und Kletten gründlich, besonders zwischen den Zehen und in den Achseln. Ein feuchter Lappen für die Pfoten entfernt Schlamm und mögliche Pestizidreste von den Wegen.
Wer den Spreewald im Sommer erleben will, plant also früh am Tag, bleibt auf markierten Wegen und nimmt Wasser, Mückenschutz und eine Karte mit. Die größte Enttäuschung entsteht nicht durch fehlende Attraktionen, sondern durch zu knappe Zeit und falsche Vorbereitung. Mit zwei Übernachtungen, einem Bootstag und einem Radtag ergibt sich ein stimmiges Bild dieser Landschaft, ohne dass man in Hektik verfällt.
Der Spreewald im Sommer ist kein Ort, den man in zwei Stunden abhakt. Das Kernstück ist das Kahnfahren, und dazu gibt es eine wichtige Regel: Wer selbst paddelt, sollte die Fließrichtung kennen. Die meisten Kanäle werden von der Spree gespeist, und an Wehren und Schleusen ist Umsetzen Pflicht. Wer zum ersten Mal ein Ruderboot mietet, unterschätzt die Strömung an Engstellen. Besser ist es, sich einer geführten Kahnfahrt anzuschließen oder zumindest eine Karte mit den Sperrwerken mitzunehmen. Telefone funktionieren auf den schmalen Fließen oft schlecht, also vorher die Route festlegen und eine Uhrzeit für die Rückgabe merken.
Naturerwachen beobachten, ohne Tiere zu stören Im Frühling brüten Kraniche, Reiher und viele Wasservögel in den Feuchtgebieten. Das ist der Hauptgrund, warum man auf den Wegen bleiben sollte. Wer quer über die Wiesen läuft, zertritt Nester, die kaum zu erkennen sind. Ein Fernglas ist sinnvoller als die Annäherung mit dem Telefon. Besonders in den frühen Morgenstunden sind die Rufe der Kraniche weithin zu hören; mittags wird es ruhiger. Auch die ersten Bärlauchbestände in den Auwäldern locken Sammler an. Wer Bärlauch pflückt, sollte nur einzelne Blätter nehmen und die Wurzeln unbedingt im Boden lassen, sonst verschwindet die Pflanze an dieser Stelle dauerhaft.
Der Spreewald ist mit Hund machbar, aber nicht überall. Die Kernzone des Biosphärenreservats ist streng geschützt. In vielen Fließen, also den schmalen Kanälen, gilt ein ganzjähriges Bade- und Betretungsverbot für Hunde – nicht nur während der Brutzeit. Wer den Hund vom Kahn aus ins Wasser springen lässt, riskiert ein Bußgeld und stört empfindliche Lebensräume. Erlaubt sind Hunde dagegen auf den ausgewiesenen Uferwegen und in den meisten Ortschaften an kurzer Leine. Die Leinenpflicht gilt im gesamten Biosphärenreservat, auch dort, wo kein Schild steht. Ausnahmen gibt es nur auf privaten, eingezäunten Flächen.
Der Spreewald im Frühling ist ein anderes Reiseziel als im Sommer. Zwischen März und Mai füllen sich die Fließe mit Schmelz- und Regenwasser, die Wiesen stehen oft noch unter Wasser, und die ersten Kulturen auf den Feldern sind gerade erst gesetzt. Wer jetzt kommt, erlebt einen Landstrich, der noch nicht auf Besucherströme eingestellt ist. Das bedeutet: weniger Gedränge auf den Kahnfahrten, freie Plätze in den kleinen Pensionen und Gaststätten, die noch Zeit für ein Gespräch haben. Gleichzeitig sind manche Betriebe noch in der Winterpause oder öffnen nur am Wochenende. Ein Anruf vor der Anreise spart Enttäuschungen.

Wer mit Hund anreist, sollte außerdem die Anreise planen. In den Regionalzügen Richtung Cottbus sind Hunde erlaubt, aber meist nur mit Maulkorb oder in einer Transportbox, und sie zählen als eigenes Ticket. Im Auto braucht der Hund während der Fahrt eine Sicherung. Vor Ort ist ein Fahrradanhänger oder ein geländegängiger Kinderwagen mit Hundematte praktisch, wenn der Hund nicht mehr so weit laufen kann. Planen Sie Pausen ein: Zwei bis drei Stunden Gehzeit sind mit Hund im Spreewald genug, danach braucht er Ruhe. So bleibt der Aufenthalt für beide Seiten entspannt.