Im Spreewald beginnt die Vegetationsperiode oft später als im Umland, weil die Böden lange kalt und feucht bleiben. Wer im März und April unterwegs ist, sieht dennoch eine Reihe von Frühblühern, die sich an die besonderen Bedingungen angepasst haben. Entscheidend ist der Wasserstand: Auf den feuchten Wiesen und an den Grabennändern dominieren Arten, die Staunässe vertragen. Auf trockeneren Sandböden und an sonnigen Hängen erscheinen dagegen andere Pflanzen. Wer die Arten kennt, kann den Entwicklungsstand des Spreewalds gut ablesen.
Für Kahnfahrten gilt: Nicht jeder Anleger ist stufenlos. In Lübbenau und Burg gibt es Anleger mit Rampen, aber die Boote selbst haben oft eine hohe Bordwand. Ein Rollstuhl kann nur mitgenommen werden, wenn das Boot über eine breite Einstiegsluke verfügt und der Fahrgast umsetzen kann. Wer auf den Rollstuhl angewiesen bleibt, sollte telefonisch nachfragen, ob ein entsprechendes Boot verfügbar ist. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass jede Kahnfahrt automatisch barrierefrei ist, nur weil der Anleger eben ist.
Der Aronstab treibt ebenfalls im April aus. Seine Blätter erscheinen vor den Blüten und glänzen stark. Die Blütenstände riechen unangenehm nach Aas und locken Fliegen an. Vorsicht: Alle Teile sind giftig, besonders die Beeren im Sommer. Ein häufiger Fehler ist das Pflücken für Sträuße. Wer den Aronstab im Garten pflanzt, sollte auf feuchten, humosen Boden achten und Kinder fernhalten. In trockenen Lagen verschwindet er schnell.
Für eine Runde von zwei bis drei Stunden eignet sich der nördliche Teil rund um Burg besonders gut. Start an einem der kleinen Anleger außerhalb des Ortskerns, dann hinein in die schmalen Fließe Richtung Fehrow und zurück über den Burg-Lübbener-Kanal. Die Strecke ist flach, die Strömung kaum spürbar. Wichtig: Vor der Abfahrt prüfen, ob der gewählte Fließabschnitt für Paddelboote freigegeben ist. Viele schmale Gräben sind Naturschutzgebiet und dürfen nicht befahren werden. Wer trotzdem hineinpaddelt, riskiert Bußgelder und stört brütende Vögel.
Ein praktischer Anhaltspunkt ist die Uferkante. Im Winter liegt der Wasserstand meist niedrig und ruhig, die Böschung ist kaum benetzt. Steigt das Wasser bis an die ersten Grashalme und bleibt dort, beginnt die Schneeschmelze im Einzugsgebiet. Steigt es darüber hinaus und überflutet die flachen Wiesen, ist der Frühling im Spreewald angekommen. Wer den Pegel nur nach Gefühl beurteilt, macht den häufigsten Fehler: Ein kurzer Regentag hebt das Wasser schnell, senkt es aber genauso schnell wieder. Erst die Kombination aus anhaltendem Anstieg, trübem Wasser und steigender Wassertemperatur ist ein sicheres Zeichen.

Wann das Wasser wirklich still ist Die leiseste Zeit liegt zwischen sechs und neun Uhr morgens sowie nach 17 Uhr. Dann sind die Kahnfahrer noch nicht oder nicht mehr unterwegs, das Wasser ist glatt und die Ufer wirken wie leergeräumt. Ein typischer Fehler ist der Start um elf: Dann kreuzen die großen Spreewaldkähne die Hauptkanäle, ihre Heckwellen drücken Paddelboote an die Böschung, und in den engen Kurven wird das Ausweichen eng. Wer tagsüber fährt, sollte die breiten Hauptfließe so kurz wie möglich nutzen und zügig in die Nebenarme abbiegen.
Wandern funktioniert fast immer, sofern man die richtige Ausrüstung mitbringt. Die Wege sind oft matschig oder mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Wasserdichte Stiefel mit Profil sind Pflicht, ebenso Stöcke für unebene Passagen. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass die flachen Wege harmlos seien. Nach einem Frosttauwechsel wird aus einem idyllischen Pfad schnell eine rutschige Rinne. Wer allein unterwegs ist, sollte jemandem sagen, welche Strecke geplant ist, denn in manchen Abschnitten gibt es keinen Mobilfunkempfang.
Wer im Spreewald paddelt, sucht meistens dasselbe: Wasser, das ruhig liegt, Ufer ohne Motorenlärm und genug Zeit, um nicht hetzen zu müssen. Der Unterschied zwischen einer entspannten Runde und einem endlosen Kampf gegen Wellen und Ausflugsboote liegt weniger am Kalender als an der Streckenwahl. Wer leise fahren will, meidet die Hauptfließe zwischen Lübbenau und Lehde am späten Vormittag und sucht die schmalen Nebenarme, in denen das Paddel fast lautlos eintaucht.
Für eine Vier-Stunden-Tour bietet sich die südliche Runde bei Schlepzig an. Vom Dorf aus Richtung Norden in die verzweigten Fließe, dann eine Schleife über die ruhigen Gräben am Rand des Hochwalds und zurück entlang der Spree. Diese Strecke verlangt etwas Orientierung: Die Arme sehen sich ähnlich, Wegweiser fehlen teilweise. Eine Karte in Papierform oder eine vorab geladene Offline-Karte auf dem Handy ist Pflicht, denn der Empfang zwischen den Bäumen ist unzuverlässig. Wer nur dem eigenen Gefühl folgt, landet oft in einer Sackgasse oder auf einem gesperrten Abschnitt.
Am Ende bleibt eine einfache Regel: Leise ist nicht die Strecke, die am wenigsten befahren ist, sondern die, die zur richtigen Stunde befahren wird. Wer früh startet, schmale Fließe prüft, eine Karte dabeihasst und das Boot beherrscht, hört vom Spreewald mehr als nur das eigene Paddel im Wasser.