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Die Strömung wird häufig unterschätzt. Im Frühling schiebt das Wasser stärker als im Sommer, besonders an Wehren und Brückendurchlässen. Wer dagegen anpaddelt, verliert schnell Kraft. Besser ist es, die Tour mit der Strömung zu planen und den Rückweg über einen anderen Fließarm zu nehmen. Enge Kurven fährt man langsam und mit kurzen, kräftigen Zügen, nicht mit langen Schlägen, weil das Boot sonst ausschert. Bei Gegenverkehr gilt: rechts halten, Blick nach vorn, nicht an den Ufern festhalten.

Wer diese fünf Punkte beachtet, erlebt den Spreewald im Frühling von seiner ruhigsten Seite: leere Fließe, klare Sicht auf die Baumkronen und eine Tierwelt, die gerade erst erwacht. Die Touren bleiben kürzer als im Sommer, weil das Wetter schneller umschlägt. Zwei bis drei Stunden reichen für den Einstieg, danach lässt sich bei Bedarf verlängern. Wichtig ist, vor der Abfahrt jemandem die Route und die geplante Rückkehr zu nennen, denn in den Nebenarmen ist der Mobilfunkempfang lückenhaft.

Viele Mythen halten sich hartnäckig. Vitamin B oder Knoblauch sollen angeblich Mücken vertreiben, dafür gibt es keine belastbaren Belege. Auch das Summen am Ohr ist kein Indikator für einen bevorstehenden Stich – Mücken orten ihre Opfer über Kohlendioxid, Körperwärme und Schweißgeruch. Wer viel schwitzt, wird häufiger gestochen, unabhängig von der Blutgruppe. Insektensprays für die Kleidung wirken besser als Sprays auf der Haut, weil sie länger halten. Elektrische Verdampfer im Zelt sind nur bei geschlossenem Raum sinnvoll, im Freien nutzlos. Kerzen und Räucherspiralen vertreiben Mücken nur im unmittelbaren Umfeld, nicht auf dem gesamten Boot.

Der Spreewald im Frühling ist ein anderes Gewässer als im Sommer. Die Fließe führen nach der Schneeschmelze mehr Wasser, die Ufer sind kahl, und die ersten Bootsverleihe öffnen je nach Witterung ab Mitte März. Wer jetzt paddelt, hat freie Strecken, aber auch Bedingungen, die man kennen muss. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob eine Tour entspannt verläuft oder im Treibgut endet.

Was gehört zu einem respektvollen Besuc

Pflege-Tipps für ein langes Kahnleben Holz braucht Wasser, aber nicht dauerhaft. Ein Kahn, der ständig im Wasser liegt, saugt sich voll und wird schwer. Nach der Saison muss er aus dem Wasser, an einem schattigen, luftigen Ort trocknen. Direkte Sonne lässt das Holz reißen. Vor dem Winter werden Schäden gesucht: Risse, weiche Stellen, abgeplatzte Farbe. Kleine Risse lassen sich mit Holzpaste schließen, größere mit einer eingesetzten Planke. Wer zu spät repariert, riskiert Wassereinbruch im Frühjahr.

Vor der Route steht die Wasserlage. Nach starken Regenfällen steigt der Pegel in den Hauptfließen schnell, die Strömung nimmt zu, und enge Nebenarme werden unpassierbar, weil Äste und Baumstämme quer liegen. Wer mit dem eigenen Boot anreist, fragt vor Ort bei der örtlichen Bootsvermietung oder der Gemeinde nach dem aktuellen Stand. Gemietete Boote bekommt man ohnehin nur auf den freigegebenen Strecken. Typischer Fehler: auf Karten aus dem Vorjahr vertrauen, ohne die Sperrungen für die Brutzeit zu prüfen.

Wer trotzdem gestochen wird, sollte nicht kratzen. Kratzen öffnet die Haut und kann Entzündungen verursachen. Kühlen mit einem feuchten Tuch oder einem Kühlpack lindert den Juckreiz. Antihistaminika-Gels aus der Apotheke helfen, aber alkoholhaltige Mittel trocknen die Haut aus und sind bei Kindern ungünstig. Ein weiterer Irrtum: Mücken im Spreewald übertragen hierzulande keine gefährlichen Krankheiten. Die einheimischen Arten sind lästig, aber nicht gefährlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, meidet dichte Ufervegetation und bleibt auf den breiten Hauptfließen. Eine Paddeltour im Juni mit langen Klamotten und etwas Repellent ist entspannter als der Versuch, im Juli mit kurzen Hosen durchzukommen.

Was im Sommer wirklich zählt Die Mittagshitze zwischen zwölf und fünfzehn Uhr ist auf dem Wasser erbarmungslos. Es gibt kaum Schatten auf den breiten Fließen, und die Sonne brennt auf die Haut. Wer die Tour in diese Zeit legt, riskiert Kreislaufprobleme und schlechte Laune. Planen Sie die längste Etappe vor zehn Uhr oder nach sechzehn Uhr. Trinkwasser gehört in ausreichender Menge ins Boot, ebenso eine Kopfbedeckung. In den Dörfern gibt es Brunnen, aber nicht an jedem Uferweg.

Was wirklich vor Stichen schützt – und was nur Geld kostet Der wirksamste Schutz ist Kleidung, nicht Spray. Lange, helle Hosen und Ärmel, dazu Socken über den Hosenbund gezogen, halten die meisten Stiche ab. Mücken stechen bevorzugt durch dünne, eng anliegende Stoffe. Wer eine Paddeltour plant, sollte keine Leggings tragen. Repellents mit dem Wirkstoff DEET oder Icaridin helfen auf freier Haut, müssen aber alle zwei bis drei Stunden nachgetragen werden. Sonnencreme und Repellent getrennt auftragen, sonst verliert beides an Wirkung. Typische Fehler: nur die Beine einsprühen und Arme, Nacken und Handgelenke vergessen. Auch die Stirn wird oft ausgelassen, obwohl Mücken dort landen.
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