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Die praktikabelste Basis sind die Bahnhöfe entlang der Strecke Cottbus–Lübben–Lübbenau. Von dort kommt man mit Regionalzügen an, ohne ein Auto zu benötigen. Vom Bahnhof Lübbenau sind es zu Fuß etwa zwanzig Minuten ins Zentrum und zum Großteil der Kahnableger. Wer mit Gepäck unterwegs ist, sollte diese Strecke nicht unterschätzen, denn der Weg führt teilweise über unebenen Boden. Ein Fahrrad ist im Spreewald kein Luxus, sondern das eigentliche Fortbewegungsmittel. Leihräder gibt es in den größeren Orten, aber in der Hochsaison sind sie früh vergriffen. Wer sicher sein will, reserviert telefonisch beim Vermieter oder bringt ein eigenes Rad mit.

Ein häufiger Fehler ist das Nachahmen von Lockrufen mit dem Handy. Im Spreewald führt das selten zum Erfolg und stört Brutvögel erheblich. Ebenso problematisch: das Füttern von Enten und Schwänen. Brot verschmutzt das Wasser, zieht Ratten an und verändert das Verhalten der Tiere dauerhaft. Wer fotografiert, sollte auf den Blitz verzichten und mindestens zehn Meter Abstand zu Nestern und Schlafplätzen halten.

Wer die Karte vor dem Start einmal komplett durchgeht und markante Punkte einprägt – Brücken, Abzweige, Kahnanleger –, findet sich auch ohne Empfang zurecht. Kompass oder eine einfache Peilung schaden nicht. Und: Gehe die Runde lieber einmal mit jemandem, der sie kennt, bevor du sie allein läufst. Die Stille im Spreewald ist großartig, aber sie verzeiht keine Orientierungsfehler.

Am Ende gilt: Lieber eine Schicht zu viel als zu wenig, aber alle Schichten müssen leicht sein. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Wettervorhersage für Lübbenau, Burg oder Cottbus. Bei sonnigen Abschnitten kann eine dünne Kopfbedeckung vor Sonnenbrand schützen, denn die UV-Strahlung ist im Frühling bereits kräftig. Mit der richtigen Kleidung steht einem entspannten Ausflug in die Spreewaldlandschaft nichts im Wege.

Gute Ausgangspunkte sind die Randbereiche um Burg, Lübbenau und Schlepzig, wo breite Wege direkt an die Fließgewässer grenzen. Wer morgens vor sechs Uhr startet, hat die besten Chancen auf Rohrdommel, Tüpfelsumpfhuhn und Zwergtaucher. Ein Fernglas mit 8- oder 10-facher Vergrößerung reicht völlig; Spektive sind im dichten Uferbewuchs oft hinderlich. Wichtig: auf den schmalen Kahnwegen nicht die Böschung betreten, denn im Schilf brüten Rohrsänger und Teichhühner, und ein einziger Tritt zerstört Gelege.

Ein Artenkalender für den Spreewald lässt sich in vier Blöcke gliedern: März bis April für Durchzügler und Balz, Mai bis Juni für Brutvögel im Auwald, Juli bis August für Mauser und Familienverbände, September bis November für den Herbstzug. Dezember und Januar bleiben ruhig, bieten aber gute Chancen auf überwinternde Seeadler und Gänsesäger an eisfreien Fließen. Wer diese Zeiten mit den genannten Orten kombiniert und die genannten Störungen vermeidet, braucht keine teure Ausrüstung, um den Spreewald als Vogelrevier ernst zu nehmen.

Bevor irgendetwas anderes passiert: Besorge eine gedruckte topografische Karte im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000. Digitale Karten sind eine Ergänzung, kein Ersatz. Falte sie in eine Klarsichthülle, denn Feuchtigkeit kommt hier von oben und von unten. Prüfe vor der Abfahrt, ob die Karte den aktuellen Stand der Wege zeigt – gerade im inneren Spreewald werden Stege nach Hochwasser verlegt oder gesperrt.

Der Aronstab treibt ebenfalls im April aus. Seine Blätter erscheinen vor den Blüten und glänzen stark. Die Blütenstände riechen unangenehm nach Aas und locken Fliegen an. Vorsicht: Alle Teile sind giftig, besonders die Beeren im Sommer. Ein häufiger Fehler ist das Pflücken für Sträuße. Wer den Aronstab im Garten pflanzt, sollte auf feuchten, humosen Boden achten und Kinder fernhalten. In trockenen Lagen verschwindet er schnell.

Warum Gummistiefel und eine Kopfbedeckung wichtig sind Die Wege im Spreewald sind oft feucht, matschig oder überschwemmt. Turnschuhe saugen sich voll und bieten keinen Halt. Wasserdichte Wanderschuhe oder Gummistiefel mit Profil sind die richtige Wahl. Wer mit dem Kahn fährt, sollte zudem eine leichte Regenhose einpacken, denn Spritzwasser und Nieselregen gehören dazu. Eine Mütze oder ein Stirnband schützt vor kaltem Wind an den Morgenstunden, und eine Sonnenbrille ist bei tief stehender Sonne hilfreich.

Für Radtouren auf den Deichen ist eine winddichte Weste ideal, denn der Fahrtwind kühlt stark aus. Wer nur im Kahn sitzt, braucht weniger Isolation, aber einen guten Regenschutz. Planen Sie für alle Fälle eine wasserdichte Sitzunterlage ein, denn Bänke und Bootssitze sind oft feucht. Ein kleiner Rucksack mit Regenhülle verstaut alles Nötige, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Denken Sie daran: Im Spreewald kann das Wetter innerhalb einer Stunde umschlagen.

Was wann zu sehen ist – und wo man typische Fehler vermeidet Von März bis April dominieren Durchzügler: Kraniche rasten auf feuchten Wiesen, Sing- und Zwergschwäne ziehen über die Niederungen, Kiebitze balzen auf offenen Flächen. Ab Mai wird es ruhiger, dafür brüten jetzt Pirol, Nachtigall und verschiedene Grasmücken in den Auwäldern. Der Juli bringt Wasservögel in der Mauser, die dann schlecht fliegen können und besonders störungsempfindlich sind. Ab September kehrt der Zug zurück: Enten, Gänse und Limikolen sammeln sich, im Oktober und November sind Kranichschlafplätze am Abendhimmel unübersehbar.image
ago by (120 points)

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