Was im Frühling auf dem Wasser anders ist Zwischen März und Juni brüten zahlreiche Vogelarten in den Uferröhrichten, und viele Reviere sind für Paddler gesperrt oder nur auf dem Hauptfließ passierbar. Schilder am Ufer sind verbindlich, auch wenn kein Kontrolleur in Sicht ist. Wer eine gesperrte Einfahrt ignoriert, riskiert Bußgelder und stört die Brut. Ebenso wichtig: nicht anlegen an Schilfkanten, sondern an ausgewiesenen Einstiegen. Das Anlanden im Röhricht zerstört Nester, die von oben kaum zu erkennen sind.
Eine stille Schleuse bedeutet nicht, dass kein Wasser kommt. Oberhalb kann ein Wehr oder ein Zufluss liegen, der bei Regen plötzlich ansteigt. Beobachte den Pegel zwanzig Minuten lang, bevor du dich nah ans Wasser setzt. Steigt er, geh weg vom Ufer. Auch die Strömung direkt unterhalb der Schleuse unterschätzen viele: Sie sieht harmlos aus, kann aber ziehen. Bei Gewitter oder starkem Wind suchst du besser Schutz in einiger Entfernung, nicht unter Bäumen am Uferrand.
Nimm eine Karte aus Papier mit, nicht nur das Telefon. In den engen Abschnitten ist der Empfang unzuverlässig, und ein Blick aufs Display kostet dich das Gleichgewicht. Verstaue alles, was nass werden kann, in einem wasserdichten Sack und lege ihn nicht auf den Boden, sondern unter die Sitzbank. Ein Paddel, das du im Boot ablegst, rollt bei der ersten Welle weg. Lege es quer über die Spritzdecke oder sichere es mit einer Leine.
Frisch halten sich die meisten Wildkräuter zwei bis vier Tage. Ein locker in ein feuchtes Tuch gewickelter Bund im Gemüsefach tut es, wenn täglich kontrolliert wird. Besser ist es, die Blätter in ein Glas mit kaltem Wasser zu stellen und mit einer Haube abzudecken. Petersilie, Kerbel und Giersch bleiben so bis zu einer Woche brauchbar. Wichtig ist, welke oder gelbe Blätter sofort zu entfernen, damit sich Fäulnis nicht ausbreitet.
Wer diese fünf Punkte beachtet, erlebt den Spreewald im Frühling von seiner ruhigsten Seite: leere Fließe, klare Sicht auf die Baumkronen und eine Tierwelt, die gerade erst erwacht. Die Touren bleiben kürzer als im Sommer, weil das Wetter schneller umschlägt. Zwei bis drei Stunden reichen für den Einstieg, danach lässt sich bei Bedarf verlängern. Wichtig ist, vor der Abfahrt jemandem die Route und die geplante Rückkehr zu nennen, denn in den Nebenarmen ist der Mobilfunkempfang lückenhaft.
Praktisch wichtig sind auch die zeitlichen Beschränkungen. In bestimmten Zonen gilt ein Betretungsverbot während der Brut- und Setzzeit, meist zwischen Frühjahr und Frühsommer. Wer außerhalb dieser Zeiten plant, hat mehr Freiheiten, sollte aber trotzdem auf Beschilderung achten. Ein häufiger Fehler ist, Schilder zu übersehen, weil sie zugewachsen oder veraltet wirken. Im Zweifel gilt das strengere Verbot, nicht die eigene Interpretation.
Die Kernzonen sind die strengsten Bereiche. Hier gilt absolutes Wegegebot, Betretungsverbot abseits markierter Pfade und ein generelles Verbot für Boote, Räder und Drohnen. Typischer Fehler: Paddler biegen in einen schmalen Fließ ab, weil er einladend aussieht, und landen in einer Kernzone. Das wird nicht nur teuer, sondern kann brütende Vögel oder seltene Pflanzen zerstören. Vor jeder Tour also die aktuelle Zonenkarte prüfen, am besten an den offiziellen Infostellen oder bei der Reservatsverwaltung. Wer unsicher ist, bleibt auf den ausgewiesenen Hauptfließen und Wanderwegen.
Die Strömung wird häufig unterschätzt. Im Frühling schiebt das Wasser stärker als im Sommer, besonders an Wehren und Brückendurchlässen. Wer dagegen anpaddelt, verliert schnell Kraft. Besser ist es, die Tour mit der Strömung zu planen und den Rückweg über einen anderen Fließarm zu nehmen. Enge Kurven fährt man langsam und mit kurzen, kräftigen Zügen, nicht mit langen Schlägen, weil das Boot sonst ausschert. Bei Gegenverkehr gilt: rechts halten, Blick nach vorn, nicht an den Ufern festhalten.
Werkzeug für die Arbeit am Wasser ist robuster als in der Werkstatt. Axt, Beil, Säge und Schlegel brauchen kurze Stiele und griffige Oberflächen, weil sie oft nass und schlammig sind. Scharfe Klingen sind Pflicht, stumpfes Werkzeug rutscht ab und verletzt eher. Wer im Wasser steht, arbeitet mit Sicherheitsseil und festem Stand, denn Kies und Schlamm geben unerwartet nach. Wichtig ist auch, das Werkzeug nach jedem Einsatz zu trocknen und zu ölen, da Feuchtigkeit sonst Rost und Risse verursacht.
Beim Bauen im Wasser ist die Reihenfolge entscheidend: erst sichern, dann richten, dann verfüllen. Ufermauern aus Trockenstein werden von unten nach oben gesetzt, jeder Stein wird mit der flachen Seite nach außen gedreht und mit kleineren Steinen verkeilt. Flechtzäune werden mit Pfählen gehalten, die mindestens ein Drittel ihrer Länge im Boden sitzen. Wer Pfähle nur einschlägt, ohne sie zu verkeilen, verliert sie beim nächsten stärkeren Abfluss. Nach dem Setzen wird die Konstruktion mit Erde, Kies oder Schilf abgedeckt, damit das Wasser nicht direkt angreift.