Für kalkhaltige Rückstände hat sich eine Mischung aus warmem Wasser und einem Schuss Essigessenz oder Zitronensäure bewährt. Die Flüssigkeit etwa zur Hälfte einfüllen, den Hals mit dem Daumen verschließen und die Vase mehrmals kräftig schwenken. Bei starkem Belag über Nacht stehen lassen, aber nicht länger als nötig, da Säure auch Glas angreifen kann. Anschließend gründlich mit klarem Wasser nachspülen, sonst bleiben Essiggeruch oder Säurereste zurück.
Eine Kartusche ist kein Wasserwerk. Sie entfernt Partikel und einen Teil der gelösten Stoffe, aber sie tötet keine Bakterien ab und macht aus belastetem Brunnenwasser kein Trinkwasser. Wer sein Wasser auf Keime oder Nitrat prüfen lassen will, braucht eine Laboranalyse, nicht einen Tischfilter. Auch die Entkalkung ist begrenzt: Ein Ionenaustauscher in der Kartusche senkt die Härte, aber nur bis zu einer bestimmten Wassermenge. Danach steigt der Natriumgehalt, weil Calcium gegen Natrium getauscht wird. Für Menschen mit natriumarmer Ernährung ist das ein Punkt, den man kennen sollte.
Der wirksamste Ansatz ist eine Säure, die den Kalk chemisch angreift, kombiniert mit einem Trägermaterial, das die Fläche erreicht. Bewährt hat sich eine Mischung aus warmem Wasser und Essigessenz im Verhältnis etwa drei zu eins. Bei hartnäckigen Rändern hilft zusätzlich eine Prise Zitronensäure. Die Lösung muss das Gefäß vollständig füllen, damit auch der Hals und der Übergang zur Schulter benetzt werden. Ein bis zwei Stunden einwirken lassen, bei dicken Krusten über Nacht.
Bevor man mit Säure arbeitet, sollte man grobe Rückstände mechanisch entfernen. Dazu gibt man eine Handvoll trockenen Reis oder grobes Salz in die Vase, füllt etwas lauwarmes Wasser ein und schwenkt das Ganze kräftig. Die Körner wirken wie kleine Schleifkörper und lösen oberflächliche Ablagerungen. Anschließend spült man die Vase aus. Dieser Schritt ersetzt zwar keine chemische Reinigung, verhindert aber, dass sich die Säure später unnötig verbraucht und der Kalk nur teilweise angelöst wird.
Zur Vorbeugung gehört mehr als der Abzieher. Lüften Sie nach dem Duschen kräftig, damit die Feuchtigkeit abzieht, bevor Wasser auf dem Glas antrocknet. Wer eine Wasserenthärtungsanlage einbaut oder einen Filter am Duschkopf nutzt, reduziert den Kalkgehalt von vornherein. Prüfen Sie außerdem regelmäßig die Silikonfugen: Sind sie porös, dringt Wasser ein und der Kalk sitzt später in den Fugen statt auf dem Glas. Ein trockenes Tuch für die Armaturen und ein Abzieher für die Scheiben sind die günstigste Versicherung gegen neue Beläge.
Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von Essigreiniger auf Natursteinfliesen im Duschbereich. Die Säure ätzt die Oberfläche an und hinterlässt matte Flecken. Prüfen Sie vorher, welcher Untergrund unter der Duschwand liegt. Auch heißes Wasser ist kein Allheilmittel: Es beschleunigt die Verdunstung und damit die Kalkbildung, wenn nicht sofort abgezogen wird. Lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel löst Fett und Schmutz, die Säure übernimmt den Kalk. Diese Reihenfolge – erst Fett, dann Kalk – spart viel Mühe.
Glas ist empfindlicher, als es aussieht. Vermeiden Sie Schwämme mit abrasiver Seite, aggressive Reiniger mit Fluorid oder Salmiak und lange Einwirkzeiten. Testen Sie jedes neue Mittel an einer unauffälligen Stelle, etwa unten an der Duschwanne. Wenn die Politur nach mehreren Durchgängen nicht hilft, ist die Ursache oft kein Kalk, sondern eingebrannter Seifenfilm oder eine geätzte Oberfläche – dann hilft nur noch ein Fachbetrieb mit spezieller Glaspolitur.
Praktisch lässt sich der Kalkausfall bremsen, indem die Warmwassertemperatur nur so hoch eingestellt wird, wie es der Verwendungszweck erfordert. Für die Körperpflege reichen 45 bis 50 °C, für Geschirrspülen und Reinigung sind höhere Temperaturen nötig, aber nicht dauerhaft. Wer eine Enthärtungsanlage nutzt, sollte die Resthärte regelmäßig prüfen und die Anlage nicht überdimensionieren. Ein weiterer typischer Fehler ist das Mischen von enthärtetem und unbehandeltem Wasser in einem Kreislauf: Der Kalk aus dem harten Anteil fällt trotzdem aus und setzt sich bevorzugt an den heißesten Stellen ab.
Hinzu kommt die Kohlensäure. Kaltes Wasser hält mehr freies Kohlendioxid, das Calcium als Hydrogencarbonat in Lösung hält. Wird das Wasser erwärmt, entweicht das Gas. Ohne die Kohlensäure zerfällt das Hydrogencarbonat zu Carbonat, Wasser und Kohlendioxid. Das Carbonat ist schwer löslich und schlägt sich nieder. Dieser Vorgang läuft umso schneller ab, je höher die Temperatur und je größer die Berührungsfläche mit heißen Bauteilen ist. In einem Wasserkocher mit freiliegender Heizwendel geht das innerhalb weniger Tage, in einem geschlossenen Boiler mit indirekter Beheizung dauert es Wochen.
Sanfte Politur statt Schrubben Hartnäckige Kalkränder lassen sich mit einer milden Politur lösen. Dazu eignet sich ein Gemisch aus Natron und Wasser zu einer Paste. Tragen Sie die Paste mit einem feuchten Schwamm auf die betroffene Stelle auf, lassen Sie sie kurz einwirken und reiben Sie mit kreisenden Bewegungen. Kein Scheuermittel, keine Stahlwolle, keine harten Klingen – all das raut die Glasoberfläche auf und macht sie anfälliger für neuen Kalk. Nach dem Polieren mit klarem Wasser abspülen und trocken abziehen. Bei stärkeren Ablagerungen wiederholen Sie den Vorgang lieber zwei- bis dreimal, statt mit Gewalt zu arbeiten.