Zunächst müssen Sie die Maschine vom Strom trennen und abkühlen lassen. Heißes Wasser und Entkalker können spritzen. Nehmen Sie den Wassertank ab, entleeren Sie ihn und spülen Sie ihn gründlich aus. Entfernen Sie außerdem die Brühgruppe, falls das bei Ihrem Modell möglich ist, und legen Sie sie beiseite. Diese Teile werden später separat entkalkt. Der eigentliche Entkalkungsvorgang findet im Inneren der Maschine statt, nicht im Tank.
Für den Alltag reicht meist ein Kompromiss. Ein Tischfilter mit Ionenaustauscher, alle zwei bis vier Wochen gewechselt, senkt die Kalkablagerung spürbar, ohne dass der Wasserkocher ständig entkalkt werden muss. Wer sehr hartes Wasser hat, sollte den Kocher trotzdem alle paar Wochen mit Essig oder Zitronensäure reinigen. Die Reinigung dauert nur wenige Minuten und entfernt die Restschicht, die jeder Filter durchlässt. Wichtig ist, den Filter nicht als Freibrief zu sehen: Er reduziert, aber er ersetzt die Pflege nicht.
Eine tropfende Kaffeemaschine ist selten ein Defekt der Brühgruppe. In den meisten Fällen hat sich Kalk in den Leitungen, im Ventil oder an der Dichtung abgesetzt. Das Wasser findet dann seinen Weg nicht mehr durch die vorgesehenen Öffnungen, sondern läuft außen an der Maschine herunter. Bevor Sie also Ersatzteile bestellen oder das Gerät entsorgen, sollten Sie entkalken. Das ist kein Hexenwerk, erfordert aber etwas Geduld und die richtige Reihenfolge.
Entkalkerlösung ansetzen und einwirken lassen Verwenden Sie einen Entkalker auf Zitronensäure- oder Amidosulfonsäurebasis. Essig ist möglich, kann aber Dichtungen angreifen und hinterlässt einen hartnäckigen Geruch. Mischen Sie das Mittel nach Herstellerangabe mit Wasser. Füllen Sie die Lösung in den Wassertank und stellen Sie ein Gefäß unter den Kaffeeauslauf. Starten Sie nun den Brühvorgang, aber ohne Kaffeepulver. Lassen Sie die Hälfte der Lösung durchlaufen und schalten Sie die Maschine dann für zehn bis fünfzehn Minuten aus. So kann die Säure den Kalk anlösen.
Um den tatsächlichen Verschleiß zu erkennen, hilft ein einfacher Test: Füllen Sie ein Glas Wasser und lassen Sie es einige Stunden stehen. Bildet sich auf der Oberfläche oder am Glasboden eine sichtbare Kalkhaut, ist die Enthärtung nicht mehr ausreichend. Ein weiteres Indiz ist der Wasserdruck – sinkt der Durchfluss am Auslauf spürbar, hat sich Kalk im Inneren abgelagert. Wer regelmäßig Kaffee oder Tee zubereitet, merkt es auch am Geschmack: Bei erschöpfter Kartusche wird das Getränk kratziger und es bildet sich schneller eine Haut auf der Oberfläche.
Ein Wasserfilter senkt die Kalkbildung im Wasserkocher, aber er beseitigt sie nicht. Wie stark die Reduktion ausfällt, hängt vom Filtertyp, der Wasserhärte und der Wartung ab. Ein klassischer Tischfilter mit Ionenaustauscherharz kann die Karbonathärte um etwa 50 bis 80 Prozent senken. Ein Umkehrosmosefilter schafft über 90 Prozent, ist aber für den Wasserkocher meist überdimensioniert. Wer mit einem einfachen Aktivkohlefilter arbeitet, reduziert Kalk kaum, weil Aktivkohle vor allem Chlor und Gerüche bindet, nicht die Härtebildner.
So entkalkt man schonend und ohne Schad
Nach der Einwirkzeit lassen Sie den Rest der Lösung durchlaufen. Wiederholen Sie den Vorgang, wenn das Wasser weiterhin tröpfelt statt zu fließen. Bei stark verkalkten Geräten kann eine zweite Runde nötig sein. Achten Sie darauf, dass die Lösung nicht überläuft. Tropft die Maschine während des Entkalkens weiter, stellen Sie ein größeres Gefäß darunter und prüfen Sie, ob der Wassertank richtig sitzt. Ein locker sitzender Tank ist eine häufige Ursache für Tropfen, die nichts mit Kalk zu tun hat.
Typische Fehler sind zu kurze Einwirkzeiten, zu hoch dosierter Entkalker und das Überspringen des Spülens. Wer die Maschine nach dem Entkalken nur einmal kurz durchlaufen lässt, riskiert Rückstände im Kaffee. Ein weiterer Fehler ist, den Entkalker im Tank zu lassen, weil man die Maschine später weiter nutzen will. Die Säure arbeitet weiter und kann Kunststoffteile angreifen. Entkalken Sie lieber in einem Zug und spülen Sie sofort. Wenn die Maschine nach zwei Durchgängen immer noch tropft, sitzt der Kalk tiefer im Ventil. Dann hilft nur noch eine professionelle Wartung oder der Austausch des Ventils.
Die Lebensdauer einer Kartusche hängt nicht von der Zeit ab, sondern von der Wassermenge, die durch sie fließt, und von der Härte des Wassers. Bei kalkreichem Wasser – etwa ab 14 °dH – setzt sich Kalziumkarbonat schneller in den Poren des Filtermediums ab. Dadurch verstopfen die Durchflusskanäle, und der Wirkungsgrad sinkt. Während eine Kartusche bei weichem Wasser oft sechs Monate oder länger hält, kann sie bei sehr hartem Wasser schon nach vier bis acht Wochen erschöpft sein. Die genaue Dauer lässt sich nicht pauschal in Wochen angeben, weil der Kalkgehalt schwankt und der Wasserverbrauch individuell ist.
Nach dem Entkalken müssen Sie die Maschine gründlich spülen. Füllen Sie den Tank mit klarem Wasser und lassen Sie die komplette Füllung durchlaufen. Wiederholen Sie das mindestens zweimal. Schmeckt der Kaffee danach noch säuerlich, spülen Sie ein drittes Mal. Vergessen Sie nicht, auch die Brühgruppe und die Dichtungen unter fließendem Wasser abzuspülen. Kalkreste, die dort haften bleiben, können die Dichtung porös machen und das Tropfen erneut verursachen.