
Feinstaub nach dem Schleifen ist kein sichtbarer Schmutz, sondern ein Problem, das sich in Ritzen, Textilien und der Raumluft festsetzt. Wer nur mit dem Besen oder einem trockenen Tuch arbeitet, verteilt die feinen Partikel neu. Die Folge: Atemwegsreizungen, ein grauer Film auf allen Oberflächen und ein haftender Belag, der sich später kaum entfernen lässt. Entscheidend ist deshalb nicht der letzte Wisch, sondern die Reihenfolge der Arbeitsschritte und die Wahl der Hilfsmittel.
Typische Fehler sind das Ignorieren von Warnsignalen des Geräts, das Bohren in der Nähe von Steckdosen und Schaltern sowie das Vertrauen auf „da war noch nie was". Auch die Annahme, Leitungen verliefen immer senkrecht oder waagerecht, ist falsch. In Altbauten wurden Rohre oft in Schlaufen oder diagonal verlegt. Besonders tückisch sind Heizungsrohre aus Kunststoff, die kein Metall enthalten und von einfachen Ortungsgeräten nicht erfasst werden.
Nach dem Wischen sollte der Raum mindestens eine Stunde nicht betreten werden, damit sich Restpartikel setzen können. Danach folgt ein zweiter, kurzer Sauggang mit einem Aufsatz für Polster und Ritzen. Wer die Wände gestrichen hat, wischt auch diese einmal feucht ab, aber erst, wenn die Farbe vollständig getrocknet ist. Zu frühes Abwischen zerstört die Oberfläche und sorgt für Schlieren. Kleidung, die beim Schleifen getragen wurde, gehört direkt in die Waschmaschine und nicht in den Schrank.
Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft vor jedem Bohrloch mindestens zwei verschiedene Stellen, markiert den vermuteten Leitungsverlauf mit Kreide und bohrt erst dann. Bei tiefen Löchern in tragenden Wänden oder Decken lohnt sich ein professionelles Ortungsgerät mit Dokumentationsfunktion. Die Kosten dafür sind gering im Vergleich zu den Schäden, die ein einziger Fehlbohrung verursachen kann.
Auch die Wahl des Bohrers spielt eine Rolle. Ein scharfer Betonbohrer mit Schlagfunktion durchtrennt ein Kabel in Sekundenbruchteilen. Wenn ein Leitungssucher unsicher anzeigt, wird die Bohrstelle verschoben, nicht das Signal ignoriert. Ein paar Zentimeter weiter kann bereits freie Wand sein. Bei alten Gebäuden lohnt es sich, zusätzlich vorsichtig mit einem dünnen Probebohrer ohne Schlag zu arbeiten. Trifft er auf Widerstand, der nicht nach Stein klingt, wird sofort gestoppt. Wer diese Vorsicht walten lässt, spart sich teure Reparaturen und bleibt sicher.
Material und Verlegung entscheiden mit Feinsteinzeug und Naturstein reagieren unterschiedlich. Naturstein wie Marmor oder Travertin ist meist maßhaltiger, aber empfindlicher gegen Flecken. Hier sind Fugen von 2 bis 4 mm üblich, sofern der Stein kalibriert ist. Keramische Fliesen im Innenbereich tolerieren 3 mm. Im Außenbereich, auf Terrassen oder Balkonen, sollte die Fuge mindestens 5 mm betragen, damit Regenwasser ablaufen kann und Frost keine Chance hat. Bei Bodenfliesen mit Fußbodenheizung erhöht sich die empfohlene Breite um 1 bis 2 mm, weil die thermische Bewegung größer ist.
Absaugen statt wegblasen Für die eigentliche Reinigung ist ein Sauger mit Feinstaubfilter die erste Wahl. Ein normaler Haushaltsstaubsauger verliert die feinsten Partikel oft wieder über die Abluft. Wer einen Sauger mit wassergefiltertem System oder einem Filter der Klasse M besitzt, arbeitet deutlich sauberer. Wichtig ist, langsam und in Bahnen zu saugen, nicht hektisch hin und her. Die Düse sollte direkt auf dem Untergrund aufliegen. Nach dem Saugen folgt das feuchte Nachwischen mit einem Mikrofasertuch. Das Tuch darf nur feucht, nicht nass sein, sonst entsteht Schlamm, der in die Fugen läuft und dort antrocknet.
Die Fugenbreite wird vor dem Verlegen festgelegt, nicht danach. Messen Sie immer die tatsächliche Kantenlänge mehrerer Fliesen aus einer Packung. Die angegebenen Nennmaße weichen oft um 1 bis 2 mm ab. Bestimmen Sie dann die Fugenbreite so, dass die Wand oder der Raum mit ganzen Fliesen endet. Ein Fugenkreuz oder eine Fugenlehre hilft, die Breite konstant zu halten. Kontrollieren Sie während des Verlegens mit einem Messschieber, nicht nur nach Augenmaß.
Scharniere justieren statt Holz entfernen In vielen Fällen lässt sich das Schleifen allein durch Nachstellen der Scharniere beheben. Bei einer Tür mit drei Scharnieren tragen alle drei das Gewicht. Setzt sich das obere Scharnier, hängt die Tür und schleift unten. Löse die Schrauben des oberen Scharniers leicht, hebe die Tür mit einem Keil oder einem zweiten Paar Hände an und ziehe die Schrauben wieder fest. Bei neueren Scharnieren mit Exzenter-Verstellung genügt oft eine Vierteldrehung, um die Tür um ein bis zwei Millimeter anzuheben. Achte darauf, die Schrauben nicht zu überdrehen, sonst reißt das Gewinde im Holz aus.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, eine breite Fuge kaschiere ungenaues Arbeiten. Das Gegenteil ist der Fall: Breite Fugen betonen jede Abweichung. Wer unsauber schneidet oder den Kleber nicht gleichmäßig aufträgt, sollte lieber schmalere Fugen wählen, aber dann exakt arbeiten. Umgekehrt gilt: Eine zu schmale Fuge lässt sich nicht sauber verfugen. Das Material haftet nicht, die Fuge bricht aus.