0 votes
Ein häufiger Fehler ist das Zusammenziehen des Stoffes. Wer den Faden zu straff anzieht, erzeugt eine Falte, die auch nach dem Bügeln sichtbar bleibt. Der Faden sollte die Stoffkante gerade zusammenhalten, ohne Spannung. Ein weiterer Fehler: den Riss mit einem einfachen Überwendlichstich schließen. Dieser Stich hält nur seitlich, nicht in der Längsrichtung, und der Riss wandert beim nächsten Tragen weiter. Besser ist ein Zickzackstich von Hand oder, wenn vorhanden, ein kurzer Geradstich mit der Maschine, der die offenen Kanten überbrückt.

imageFür einen Hohlsaum zuerst die Webrichtung prüfen. Ein Probestück von etwa zehn Zentimetern Breite hilft, die Fadenzahl und die spätere Bündelbreite zu bestimmen. Mit einer spitzen Nadel zwei bis vier Fäden vorsichtig herausziehen, immer nur einen nach dem anderen. Zuviel Ziehen verschiebt das Gewebe, und die Kante wird wellig. Dann die verbleibenden Fäden mit einem dünnen Häkelhaken oder der Nadel in gleichmäßige Gruppen teilen. Zwischen zwei Bündeln etwa zwei bis drei Millimeter Abstand lassen, sonst reißen die Fäden beim Binden.

Nach dem Vernähen den Knopf testen: Er muss sich leicht drehen lassen und etwa einen Millimeter über dem Stoff stehen. Sitzt er fest und flach, fehlt der Stiel. Wackelt er stark, ist der Faden zu locker. Wer diese vier Handgriffe einmal verinnerlicht hat, braucht keine Nähmaschine und kein Spezialwerkzeug – nur passendes Garn, eine Handnähnadel und zwei Minuten Geduld.

Wo die typischen Messfehler entsteh

Wenn der Riss bereits länger als drei Zentimeter ist oder quer durch eine Naht verläuft, reicht die schnelle Reparatur nicht mehr aus. Dann muss ein Stück Stoff hinterlegt und die Naht neu aufgebaut werden. Für den Alltag gilt: Ein eingerissener Saum wird sofort gesichert, nicht aufgeschoben. Je eher die Quersicherung sitzt, desto weniger Arbeit ist es, den Saum wieder in Form zu bringen. Wer die Reparatur hinauszögert, riskiert, dass der Riss beim nächsten Waschen oder Anziehen weiterwandert – und dann ist mehr als nur eine kurze Naht zu schließen.

Typische Fehler tauchen immer wieder auf. Häufig wird die Nadelstärke falsch gewählt: Für zwei Nadeln gilt, dass jede einzeln dünner sein muss als bei einer Einzelnadel, sonst durchstechen sie den Stoff nicht sauber. Eine 80er Zwillingsnadel für leichte Stoffe, eine 90er für mittlere – das reicht meist. Ein zweiter Fehler ist das Nähen über dicke Quernähte. Treffen die beiden Nadeln auf eine Kante, brechen sie leicht. Hier hilft es, die Naht vorher zu verriegeln und die Stelle per Hand zu übernähen.

Beim Vernähen entscheidet sich, ob der Faden hält. Nach der letzten Wicklung sticht man mit der Nadel auf die Unterseite des Stoffes, zieht den Faden straff, macht einen kleinen Rückstich und führt die Nadel durch eine Schlaufe. Diesen Knoten zweimal wiederholen. Dann den Faden nicht abschneiden, sondern unter zwei bis drei bereits vorhandenen Stichen auf der Rückseite entlangführen und erst danach kürzen. So verschwindet das Ende unsichtbar und kann sich nicht aufribbeln. Ein sichtbarer Knoten auf der Vorderseite ist ein typischer Fehler, ebenso ein zu kurz abgeschnittener Faden, der sich beim Waschen löst.

Stiel wickeln: der entscheidende Millimeter Der Stiel ist der kleine Abstand zwischen Knopf und Stoff. Er gleicht die Dicke der Knopfleiste aus und verhindert, dass der Knopf den Stoff zusammenzieht. Beim Annähen legt man einen Zahnstocher oder eine dicke Nadel zwischen Knopf und Stoff und sticht durch die Löcher. Nach drei bis vier Durchgängen liegt der Knopf locker auf dem Zahnstocher. Jetzt den Zahnstocher entfernen, den Faden mehrmals fest um die entstandenen Fäden zwischen Knopf und Stoff wickeln und anschließend durch den Stoff ziehen. Ein zu kurzer Stiel lässt den Knopf aufliegen, ein zu langer verhakt sich im Knopfloch. Zwei bis drei Wicklungen sind bei normaler Stoffdicke ausreichend.

Zuerst wird die Position bestimmt. Den alten Faden restlos entfernen, ohne den Stoff zu verletzen. Ein kurzer Blick auf die gegenüberliegende Knopfleiste zeigt, wo der neue Knopf sitzen muss: Der Knopf gehört nicht in die Mitte des Knopflochs, sondern so, dass er Pflanzen im Innenraum geschlossenen Zustand die Leiste flach hält. Bei zwei Löchern reicht ein Faden; bei vier Löchern wird entweder parallel oder über Kreuz genäht – parallel hält flacher, über Kreuz stabiler. Für den Stiel braucht man etwas mehr Garn als für ein flaches Annähen.

Ein Knopf, der nach zwei Wochen wieder abfällt, ist meistens schlecht angenäht – nicht weil das Garn zu dünn war, sondern weil der Stiel fehlt und der Faden nicht richtig vernäht wurde. Wer einen Stiel wickelt und den Faden sauber versenkt, bekommt einen Verschluss, der Zug aushält und auch nach vielen Wäschen sitzt. Die folgenden Schritte lassen sich auf Hemden, Jacken und Mäntel gleichermaßen anwenden.
ago by (140 points)

Your answer

Privacy: Your email address will only be used for sending these notifications.
...