Zuerst wird das Shirt auf links gedreht, damit die Innenseite des Lochs sichtbar ist. Die Ränder des Lochs vorsichtig mit den Fingern glätten, ohne daran zu ziehen. Wichtig ist, dass kein Stoff umgeklappt oder verdreht ist. Bei sehr dünnen oder elastischen Stoffen empfiehlt es sich, ein Stück dünnes Stickvlies oder ein Reststück ähnlichen Stoffs unterzulegen. Dieses Unterlegmaterial verhindert, dass die Stopfnaht das Loch später wieder aufreißt.
Zuerst wird die Schadstelle gereinigt und der alte Faden vollständig entfernt. Reste im Leder verhindern, dass die neue Naht sauber sitzt. Mit einer kleinen Zange lassen sich Fadenreste greifen, ohne das Leder zu quetschen. Anschließend prüft man, ob die Stichlöcher noch stabil sind. Ein leichtes Ziehen am Leder zeigt, ob es nachgibt. Ist das der Fall, darf nicht in die alten Löcher gestochen werden.
Nach dem Schließen die Naht vorsichtig glätten. Ein Holzstab oder der Griff einer Bürste drückt die Stiche gleichmäßig ins Leder, ohne es zu beschädigen. Wer unsicher ist, übt vorher an einem Stück Restleder mit gleicher Dicke. Die Reparatur ist kein Provisorium, wenn Leder und Faden die gleiche Festigkeit haben wie am übrigen Schuh. Hält die Naht nach mehreren Trageversuchen, war die Entscheidung richtig, nicht sofort zu ersetzen.

Ein Knopf, der nach kurzer Zeit wieder abfällt, hat meist zwei Ursachen: Der Faden wurde nicht durch den Stoff gezogen, sondern nur durch das Knopfloch geführt, oder es fehlt der Stiel. Besonders bei dicken Stoffen wie Mantel- oder Jackenstoff liegt der Knopf flach auf der Oberfläche, während die Knopflöcher der Gegenlage beim Zuknöpfen Zug ausüben. Der Faden scheuert dann an der Kante des Stoffes und reißt. Wer den Knopf mit einem gewickelten Stiel versieht, gibt ihm Spielraum und verteilt die Zugkraft gleichmäßig.
Zuerst wird die Stelle gesäubert und kontrolliert. Lose Fäden vorsichtig mit einer kleinen Schere abschneiden, aber nicht ziehen – durch Ziehen verlängert sich der Riss sofort. Den Stoff um den Riss glatt streichen und mit Stecknadeln fixieren. Wer die Nadel durch das Gewebe drückt, sollte darauf achten, dass der Stoff nicht verrutscht. Ein häufiger Fehler ist, den Riss einfach zusammenzudrücken und ohne Fixierung zu nähen; dabei verschieben sich die Kanten und der Saum wird wellig.
Ein kleines Loch in einem Lieblingsshirt muss nicht das Ende des Kleidungsstücks bedeuten. Wer das Loch von innen stopft, statt die Ränder einfach mit einer Naht zusammenzuziehen, erhält ein deutlich besseres Ergebnis. Beim Zusammennähen entsteht eine harte, sichtbare Narbe im Stoff, die bei jeder Bewegung spannt und nach einigen Wäschen weiter einreißt. Das Stopfen von innen rekonstruiert dagegen die Fläche, sodass das Material wieder flexibel bleibt und die Reparatur kaum auffällt.
Beim Nähen der Briefecke beginnt man an der Falte und näht bis zur Spitze, dreht die Nadel im Stoff und näht die zweite Seite zurück. Wer zu früh absetzt, bekommt ein Loch in der Ecke. Wer zu weit über die Spitze näht, erzeugt eine Wulst. Eine Stichlänge von zwei bis zweieinhalb Millimetern hat sich bewährt, weil sie stabil genug für die Belastung an der Ecke ist und sich trotzdem sauber bügeln lässt. Bei sehr dicken Stoffen empfiehlt sich ein Zickzackstich über die Kante, damit die Naht nicht aufträgt.
Die richtige Nadel und der passende Faden Zum Stopfen eignet sich eine kurze, spitze Handnähnadel, nicht eine stumpfe Stopfnadel. Der Faden sollte etwa die gleiche Farbe wie der Stoff haben und aus Baumwolle oder einem Baumwoll-Polyester-Gemisch bestehen. Reines Polyester ist oft zu glatt und rutscht aus dem Gewebe. Den Faden nicht länger als einen halben Meter abschneiden, sonst verknotet er sich. Ein einfacher Nähfaden in Stärke 40 oder 50 ist für die meisten Shirts ausreichend. Kein Garn verwenden, das deutlich dicker ist als die Webfäden des Shirts.
Nun wird der Faden durch das Unterlegmaterial und den Stoff gezogen, ohne einen Knoten am Ende zu machen, wenn möglich. Stattdessen den Faden am Anfang zweimal durch dieselbe Stelle ziehen, damit er hält. Dann in kurzen, senkrechten Stichen über das Loch hin- und hernähen, etwa in einem Abstand von zwei bis drei Millimetern. Die Stiche dürfen nicht zu fest angezogen werden, sonst kräuselt sich der Stoff. Nach der ersten Runde quer zur Fadenrichtung eine zweite Runde im rechten Winkel darüber setzen, sodass ein feines Gitter entsteht. Dieses Gitter stabilisiert das Loch und verteilt den Zug gleichmäßig.
Typische Fehler: zu dünner Faden, zu große Stichabstände und ein Knoten, der direkt auf der Sichtseite liegt. Der Faden sollte mindestens so dick sein wie der Originalfaden. Die Stichabstände orientieren sich an der alten Naht, auch wenn die neuen Löcher versetzt liegen. Den Anfangsknoten versenkt man zwischen den Lederschichten oder legt ihn auf die spätere Innenseite. Zum Schluss wird der Faden nicht abgeschnitten, sondern mit einem Tropfen Kleber gesichert und leicht eingezogen.