Ein häufiger Fehler ist zu viel Hitze. Synthetische Fasern schmelzen bei zu hoher Temperatur, Wolle verfilzt, Seide bekommt Wasserflecken. Ein weiterer Fehler: Bügeln auf der rechten Seite. Das führt fast immer zu Glanzstellen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Immer auf der linken Seite bügeln oder ein Bügeltuch verwenden. Auch Dampf ist nicht immer hilfreich. Bei Baumwolle unterstützt Dampf die Formung, bei Viskose oder Leinen kann er die Falte wieder aufweichen.
Zuerst werden Außenstoff, Einlage und Innenstoff aufeinandergelegt und geheftet. Die Einlage liegt dabei zwischen den beiden Stofflagen, die rechten Stoffseiten zeigen nach außen. Wer mit Vlies arbeitet, bügelt es vor dem Heften auf den Außenstoff. Das verhindert ein Verrutschen beim Nähen. Anschließend werden die vier Seiten rundherum geschlossen, aber an einer Seite bleibt eine Wendeöffnung von etwa 8 cm frei. Diese Öffnung liegt später am Boden, damit sie kaum sichtbar ist. Wer sie an der Oberkante lässt, muss sie von Hand schließen, was mehr Arbeit bedeutet.
Ein eingerissener Saum ist kein Grund, das Kleidungsstück wegzuwerfen. Entscheidend ist, wie schnell der Riss gestoppt wird. Ein kleiner Einriss an einer Naht oder an einer Saumkante wandert weiter, sobald Zug auf das Gewebe kommt – beim Anziehen, beim Sitzen, beim Waschen. Wer die Stelle sofort sichert, verhindert, dass aus einem kurzen Riss eine lange offene Naht wird. Der folgende Ablauf lässt sich ohne Nähmaschine in wenigen Minuten umsetzen, solange der Riss nicht länger als zwei bis drei Zentimeter ist.
Neben Stoff und Faden spielt die Nadelspitze eine Rolle. Für gewebte Stoffe eignen sich scharfe Spitzen, für Maschenware abgerundete. Bei Leder und Kunstleder ist eine Keilspitze ideal, da sie das Material durchtrennt statt zu dehnen. Prüfen Sie vor dem Nähen, ob die Nadel scharf genug ist: Eine stumpfe Nadel verursacht laute Geräusche, zieht Fäden oder hinterlässt unsaubere Stiche. Wechseln Sie die Nadel nach etwa acht bis zehn Betriebsstunden oder bei jedem neuen Projekt, spätestens aber, wenn Probleme auftreten.
Der erste Arbeitsschritt ist das Bügeln. Streifen längs falten, linke Seite innen, Kante auf Kante, und mit dem Bügeleisen flach pressen. Kein Dampf, sonst verzieht sich der schräge Fadenlauf. Danach beide offenen Kanten zur Mitte hin bügeln, sodass ein schmaler, gleichmäßiger Streifen entsteht. Wer hier schludert, bekommt später ungleiche Kanten, die sich beim Annähen wellen. Ein typischer Fehler: den Streifen vor dem Bügeln dehnen. Schräger Stoff gibt nach, und aus einem geraden Band wird eine Kurve, die nirgends passt.
Die Ecken richtig abnähen und den Boden formen Nach dem Zusammennähen werden die Ecken ausgeschnitten, ohne die Naht zu verletzen. Dann greift man in die Wendeöffnung und stülpt den Korb auf rechts. Jetzt werden die Ecken so gelegt, dass die Seitennaht genau auf die Bodennaht trifft. Das ergibt ein Dreieck. Dieses Dreieck wird an der Basis abgesteppt, und zwar so breit, wie der Korb später stehen soll. Bei einem Utensilo mit 20 cm Kantenlänge und einer Höhe von 12 cm wird die Basis des Dreiecks etwa 8 cm breit abgesteppt. Wer zu breit absteppt, bekommt einen flachen Boden; wer zu schmal absteppt, einen runden, instabilen Korb.
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung einer Universalnadel für alle Stoffe. Zwar funktioniert sie in vielen Fällen notdürftig, doch gerade bei empfindlichen oder sehr dichten Materialien führt sie zu unschönen Ergebnissen. Ebenso falsch ist eine zu dünne Nadel für schweren Stoff: Sie verbiegt oder bricht, der Faden franst aus. Umgekehrt durchstößt eine zu dicke Nadel feine Stoffe und hinterlässt sichtbare Löcher.
Ein weiterer Aspekt ist die Nadelgröße in Bezug auf den Stoff. Bei sehr feinen Stoffen kann eine zu starke Nadel das Gewebe zerstören. Testen Sie immer an einem Stoffrest: Nähen Sie eine kurze Naht und prüfen Sie, ob der Stoff Falten wirft, Löcher zeigt oder der Faden reißt. Justieren Sie gegebenenfalls Nadel und Faden. Vergessen Sie nicht, die Nadel vor dem Einsetzen richtig herum einzuspannen – die flache Seite zeigt nach hinten, die lange Rille nach vorn. Eine falsch eingesetzte Nadel näht unsauber oder bricht.
Ein Nahttrenner ist kein Messer, sondern ein präzises Hebelwerkzeug. Wer ihn wie eine Klinge durch die Naht zieht, schneidet unweigerlich in den Stoff. Entscheidend ist die richtige Kombination aus Werkzeugzustand, Stoffspannung und Führung. Ein stumpfer oder verbogener Trenner ist gefährlicher als ein scharfes Messer, weil er zum Drücken und Reißen verleitet. Vor jedem Einsatz prüft man daher die kleine Kugelspitze: Sie muss glatt sein und darf keine Kerben haben. Ist die Spitze rau, rutscht sie nicht unter die Stiche, sondern hakt im Gewebe.
Ein Utensilo ist ein genähter Stoffkorb, der ohne festen Rahmen auskommt und trotzdem stabil steht. Die Grundform ist ein Rechteck oder Quadrat, dessen Ecken später zusammengenäht werden, sodass ein Boden entsteht. Für ein Utensilo mit etwa 20 cm Kantenlänge reicht ein Stoffstück von 30 x 30 cm für außen und eines in gleicher Größe für innen. Dazu kommt ein Stück Volumenvlies oder ein festerer Baumwollstoff als Einlage. Wer Stoffreste verwertet, sollte darauf achten, dass alle Teile ähnlich schwer sind. Ein dünner Baumwollrest und ein dicker Leinenrest ergeben ein schiefes Ergebnis, weil die Kanten unterschiedlich stark auftragen.