Bügeln mit Dampf statt mit Druck Zum Glätten eignet sich ein Bügeleisen mit Dampffunktion besser als reine Hitze. Den Saum auf links drehen, ein feuchtes Tuch darüber legen und mit mittlerer Temperatur arbeiten. Wichtig ist, das Eisen nicht zu drücken, sondern über die Naht zu gleiten. Zu viel Druck verschiebt die Fasern erneut und erzeugt neue Wellen. Bei empfindlichen Stoffen das Eisen kurz aufsetzen, anheben, versetzen. Wer den Saum von der linken Seite glättet, vermeidet glänzende Stellen auf der rechten Seite.
Zuerst wird die Hose auf die gewünschte Länge gebracht, wobei der Originalsaum als Maß dient. Dafür die Hose anprobieren, die neue Länge mit Stecknadeln markieren und dabei die Breite des Saums berücksichtigen. Dann den Originalsaum mit einer Nahttrenner oder einer feinen Schere vorsichtig abtrennen. Wichtig: nicht zu tief schneiden, sonst geht Stoff verloren, der später fehlt. Den abgetrennten Saum beiseitelegen. Nun die Hose um die Differenz zwischen alter und neuer Länge kürzen, aber etwa einen Zentimeter Zugabe für die Verbindungsnaht lassen.
Vor dem Nähen wird die Biese markiert. Dafür gibt es mehrere Methoden. Am zuverlässigsten ist das Anzeichnen mit einem feinen Kreidestift oder einem Heftfaden. Bei dunklem Stoff eignet sich Schneiderkreide, bei hellem ein wasserlöslicher Stift. Wer viele Biesen in gleichmäßigem Abstand nähen will, fertigt sich eine Schablone aus Karton an: ein Streifen mit Markierungen im gewünschten Abstand. Diese Schablone legt man auf den Stoff und zeichnet die Linien nach. Ein Lineal allein verrutscht leicht, die Schablone bleibt stabil. Wichtig: Die Markierung muss auf der linken Stoffseite erfolgen, denn die Biese wird von links genäht.
Der wichtigste Schritt beginnt vor der Nähmaschine. Beim Zuschnitt der beiden Stofflagen muss die spätere Ecke exakt im rechten Winkel liegen, und die Nahtzugabe sollte an allen vier Ecken gleich breit sein. Eine Zugabe von einem Zentimeter ist ein guter Ausgangswert, weil sie sich leicht kontrollieren lässt. Wer hier ungenau arbeitet, kann später mit keiner Nadel der Welt noch eine saubere Ecke erzeugen. Ein Lineal und ein Stück Kreide oder ein wasserlöslicher Stift gehören deshalb zur Grundausstattung.
Wer den Originalsaum erhält, spart sich nicht nur das farbliche Anpassen, sondern behält auch die charakteristische Optik des Kleidungsstücks. Die Hose sieht nach der Änderung nicht selbst gemacht aus, sondern wie ein gut sitzendes Original. Voraussetzung ist sorgfältiges Arbeiten und etwas Geduld. Ein Probestück an einem alten Stoffrest hilft, die Nahttechnik zu üben. Wer sich unsicher fühlt, kann den Saum auch nur anheften und die endgültige Naht von einer Änderungsschneiderei setzen lassen. Das Ergebnis ist in jedem Fall eine Kante, die aussieht, als wäre sie nie verändert worden.
Ein häufiger Fehler ist das Bügeln über die Kante. Dadurch entsteht eine scharfe Bruchlinie, die nach dem nächsten Waschen wieder sichtbar wird. Besser ist es, den Saum flach auszulegen und nur die Nahtzugabe zu bearbeiten. Bei Hosen mit festem Umschlag den Umschlag vor dem Bügeln mit Stecknadeln fixieren und erst nach dem Abkühlen entfernen. Hitze braucht Zeit zum Wirken: Nach dem Bügeln das Stück flach liegend abkühlen lassen, nicht sofort aufhängen.
Der erste Schritt ist immer das richtige Trocknen. Einen welligen Saum niemals vollständig durchtrocknen lassen, bevor er bearbeitet wird. Kleidungsstücke nach dem Schleudern kurz anziehen oder flach auf ein Handtuch legen und den Saum mit den Händen in die ursprüngliche Form streichen. Von der Mitte nach außen arbeiten, nicht an den Ecken ziehen. Bei Hosen den Saum über eine Bügelunterlage legen und mit der Handfläche glatt drücken. Wer das versäumt und das Stück einfach aufhängt, fixiert die Wellen für den nächsten Tag.
Ein welliger Saum nach dem Waschen entsteht fast immer durch dieselbe Ursache: Hitze, Bewegung und fehlende Fixierung. Baumwolle, Leinen und Mischgewebe quellen im Wasser auf, die Fasern verschieben sich, und beim Trocknen zieht sich der Stoff ungleichmäßig zusammen. Besonders häufig passiert das bei Säumen, weil dort mehrere Stofflagen übereinander liegen und die Naht dicker ist als der Rest des Kleidungsstücks. Wer versteht, was im Trockner oder auf der Leine passiert, kann den Saum gezielt wieder in Form bringen, statt ihn erneut zu waschen und das Problem zu wiederholen.
Beim Kürzen einer Hose mit Originalsaum bleibt die untere Kante erhalten, also der Teil, der beim Kauf bereits fertig vernäht und meist leicht abgerieben oder gewaschen wirkt. Genau dieser Saum verrät die Qualität: Er ist häufig doppelt gesteppt, hat einen leichten Used-Look und passt farblich exakt zum Rest des Stoffes. Wer die Hose einfach unten abschneidet und neu säumt, verliert diesen Charakter. Die Kunst besteht darin, die originale Kante abzutrennen, ein Stück Stoff oberhalb wegzunehmen und den Originalsaum wieder anzusetzen. So bleibt die Länge richtig, die Optik aber original.